Marshall Islands sind vom Tourismus bisher kaum beachtet
worden. Kristallklare Lagunen, intakte Riffe und viele aussergewöhnliche
Wracks laden zu besonderen Tauch-Abenteuern ein. Die Marshall
Islands leiden noch unter ihrer einstigen "Berühmtheit"
als Atombomben Testgebiet.
Nun viele Jahrzehnte später, erwartet die Inseln schon
die nächste Umwelt-Herausforderung: steigender Meeresspiegel,
eine schnell wachsende Bevölkerung und kein Land um
ausweichen zu können.
Die "Republic of the Marshall Islands" hat 58,000
Einwohner. Die Inselrepublik besteht aus 29 Korallen-Atollen
und 5 kleinen flachen Inseln im mittleren Pazifik zwischen
Hawai und Australien. Die Inseln haben seit 1979 eine Verfassung,
wurden 7 Jahre später unabhängig und sind seit
1991 Mitglied der UN.
Das wohl am bekanntesten Atoll "Bikini", wurde
nach intensiven Tests vor wenigen Jahren als sicher freigegeben.
Der radioaktive Level wurde als unter den für Menschen
gefährlichen Wert bezeichnet. Hier wartet eine fantastische,
interessante Unterwasserwelt auf den Taucher.
Anreise
Die Atolle und Inseln der Republic of the Marshall Islands
liegen geographisch zwischen 4 und 14 Grad nördlich
und zwischen 160 - 173 Grad östlich in zwei fast parallel
laufenden, kettenartigen Formationen bekannt als Ratak (Sunrise)
Gruppe und Ralik (Sunset) Gruppe.
Die
Gesamtzahl der Inseln und Inselchen kann man nur als ungefähr
1225 benennen, sie liegen in über 1.2 Mio qkm des Pazifiks
verstreut. Die eigentliche Landfläche ist nicht grösser
als 181 qkm. Die Höhe der Inseln und Atolle ist knapp
2 Meter über dem Meerespiegel. Bewohnte Inseln sind
Majuro mit DUD (Darrit, Uliga, Delap) und Ebeye.
Majuro und die Kwajalein Atolle können mit Continental
Micronesia und Air Marshall Islands gut erreicht werden.
Continental Micronesia bietet 3 mal wöchentlich Flüge
von/nach Honolulu und Guam. Air Marshall Islands bietet
3 mal wöchentlich Flüge von/nach Fiji und zusätzlich
auch Flüge innerhalb der Inseln.
Klima
Die Marshall Islands haben warmes, tropisches Klima, Die
beste Reisezeit ist zwischen Dezember und April wenn es
trockener ist. Von April bis Dezember ist Regenzeit.Die
höchsten Niederschläge sind zwischen Juli und
Oktober zu erwarten. Doch zwischendurch scheint die tropische
Sonne auch immer wieder. Die durchschnittlichen Temperaturen
liegen bei 26-32 Grad, die Wassertemperaturen im Jahresdurchschnitt
bei 28-29 Grad.
Geschichte und Kultur
Die Historiker sind sich einig: Marshall Island hat trotz
früher Kolonisierung eine Ur-Kultur über Jahrhunderte
erhalten und weiter verfeinert, um Herausforderungen der
Natur zu meistern. Die Gesellschaftsform der Marshallese
ist aufgeteilt in drei Klassen: Iroij (chiefs) , Alap (clan
heads) und Rijerbal (workers).
Schon
in 1494 wurde Mikronesien von den Spaniern annektiert (Treaty
of Tordesillas). Da die Inseln weit entfernt der Haupthandelsrouten
liegen, haben frühe Entdecker und Seefahrer die Inseln
kaum besucht, geschweige denn beeinflusst. Alonso de Salazar
of Spain war der erste Europäer, der in 1525 die Inseln
angefahren hat. Dabei blieb es, die Spanier machten keine
weiteren Ansprüche geltend.
Erst 200 Jahre später, 1788, besuchte der englische
Kapitän John Marshall (die Inseln wurden später
nach ihm benannt) die Inseln. Doch erst Anfang 1800 wurde
von einem russische Seefahrer und Entdecker, Otto von Kotzebue,
die ersten, detaillierten Karten der Inseln kartographiert.
Deutschland annektierte die Marshall Islands in 1885. Einflussreiche
deutsche Handelsfirmen siedelten sich hier an und bauten
einen Handelsstützpunkt. In 1906 übernahmen deutsche
Regierungsbeamte offiziell die Verwaltung des Insel Archipels.
Die Japaner waren die nächsten Kolonialherren. Sie
besetzten in 1914 die Insel und bauten einige grosse Militärbasen
auf.
Auch beim nächsten Weltkrieg spielten die Marshall
Islands eine wichtige Rolle. Kwajalein Atoll war eine der
ersten Inseln des Archipels, das von den Amerikanern im
2. Weltkrieg in 1944 eingenommen wurde. Majura war das nächste
Atoll, das sich ganz schnell in eine strategisch wichtige
Militär-Basis von Luftwaffenträgern entwickelte.
Innerhalb weniger Wochen fielen 30 weitere Inseln unter
die Herrschaft der Amerikaner. Gleich nach dem Krieg begannen
die Amerikaner mit Atom-Bomben Tests auf Bikini und Enewetok
Atoll (Kwajalein war später ein Testplatz für
Langstrecken Raketen).
Chief
Juda von Bikini, der seine Leute zum Rongerik Atoll evakuierte,
war überzeugt, dass er mit der Aktion einen grossen
Beitrag für die Menschheit leistet und natürlich,
dass sein Volk nach dem Test zu ihrer Heimat zum Bikini
Atoll zurückkehren können. Einige Monate später
detonierte die erste von 23 Atombomben auf dem Bikini Atoll,
150 m über der Lagune. Die ersten zwei Atombomben Test
(genannt Able und Baker) wurden als "voller Erfolg"
bezeichnet. Schiffe, Geigenzähler und andere Messgeräte
waren im Einsatz. Dazu 42000 Personen, Ratten, Ziegen, etc.,
die alle für Testzwecke auf Bikini dabei waren. Eine
Heerschar von Journalisten und Kameraleuten waren ebenfalls
da, denn keiner wollte die "big show" versäumen.
Erst 50 Jahre später wurde das Bikini Atoll und seine
vielen Wracks, die unberührt auf dem Meeresboden lagen,
als sicher für Taucher freigegeben.
Die Atomtests waren aus heutiger Sicht eine nicht vertretbare
Umweltkatastrophe, waren aber im geschichtlichen Zusammenhang
wohl unvermeidbar. Wenn heute Taucher hierher reisen sollte
jeder persönlich entscheiden, ob er diesen Ort besuchen
möchte.
Tauchen
Bikini Atoll öffnete 1996 die Tore für Taucher.
Zur Auswahl hat man heute 9 Schiffe, die alle zu wunderschön
mit Korallen dekorierten Tauchspots geworden sind. Am bekanntesten
davon ist USS Saratoga, ein 300 Meter langer Flugzeugträger,
grösser als die Titanic. Auf der Saratoga hat man 8
Deckebenen zu erforschen. Gleich in der Nähe liegt
die Nagato, von der Admiral Yamamoto den Befehl zum Angriff
auf Pearl Harbour gegeben hat. Zur historischen Sammlung
gehören unter anderem zwei U-Boote sowie ein Kriegsschiff
und 2 Zerstörer.
Die
Saratoga (45m lang) ist ein nicht zu beschreibender Tauchspot,
der alle bisherigen Wracks in den Schatten stellt. Taucht
man zum ersten Mal ins Innere des Flugzeugträgers,
ist man mit Sicherheit überwältigt von diesem
riesigen, historischen Unterwasser Museum. Über den
massiven Aufzugsschaft gelangt man zum Hanger Deck, vorbei
an 25-500kg Bomben, vorbei an Raketen, dazwischen ein Kaffeepott,
Glühbirnen, ein paar Teller, Tassen und einiges mehr.
Ein sehr aussergewöhnliches Taucherlebnis.
Anmerkung: Alle Tauchgänge am Bikini Atoll sind Deko
Tauchgänge, durchschnittliche Tiefe ist weit mehr als
40 Meter, und sind nur für Fortgeschrittene und erfahrene
Wracktaucher geeignet.
Andere Aktivitäten
Ausser Tauchen gibt es andere interessante Aktivitäten
z.B. Fischen in den Lagunen oder Landexpeditionen auf der
Suche nach historischen Relikten des 2. Weltkriegs, die
auf Marshall Islands in grosser Anzahl zu finden sind.
Das Alele Museum in Majuro sollte man nicht versäumen.
Die traditionelle Marshall Islander Kultur, die teilweise
bis ins heutige Zeitalter reicht, wird hier wunderbar demonstriert
und ausgestellt. Angefangen bei traditionellen Ausleger
Kanus, über Kunsthandwerke und wichtigen Arbeitsgeräten,
sieht man die geschichtliche Entwicklung des Inselarchipels.
Original Photos aus den Kolonialzeiten geben einen guten
Überblick über die verschiedenen Kolonialherrschaften
(Deutsche, Japaner und US).
Hotels und Tauchresorts
- Hotel Robert Reimers - Majuro
- Bikini Dive Resort - Bikini Atoll